Waagenbau Shop

Archiv | Aktuelle Termine Mai 2012 | Vorschau Juni 2012

Freitag, 18.05.
weald meets vakant

elektronik

18 / 05 / 07
Waagenbau
22769 Hamburg
Max – Brauer – Allee 204
00.00Uhr – 9EUR


live:

Alex Smoke (Vakant / Soma – Glasgow Scotland)
Tolga Fidan (Vakant – Paris)

dj:

Meta83 (Liebe*Detail)
Eurokai (Liebe*Detail)
Julius Steinhoff (Smallville)
René Dachner (Weald)


Zusammen mit Dominik Eulberg, Gabriel Ananda oder James Holden gehört Alex Smoke zu den jungen Produzenten, die den Minimal-Techno-Ansatz nicht als reine Lehre aufnehmen, sondern ihn als Ausgangspunkt benutzen, um den Minimal-Sound mit anderen Stilen zu verbinden. Der aus Glasgow stammende Produzent ist einer der intensivsten und zugleich auch kreativsten Rezipienten von deutschem Minimal-Techno in Großbritannien. In Großbritannien zählt er allerspätestens 2004 zu den interessantesten aufstrebenden Talenten die die dortige Techno-Nachwuchsriege so zu bieten hat. Nicht nur dort, auch in Kontinentaleuropa und speziell in Deutschland dürfte sich sein Name mittlerweile herumgesprochen haben. Alex Smoke, eigentlich heißt er Menzies mit Nachnamen, steht stellvertretend für die jüngere Riege britischer Produzenten, die ihren Horizont erweitern und über den Tellerrand klassischer UK-Raveattitüde hinaus schauen. Dabei greifen sie andere Einflüsse aus Minimal, Elektronika und Digital Sound Processing à la Villalobos oder Luciano auf, haben dabei aber den Club allzeit fest im Blick. Im Mai kommt der junge Mann wieder nach Hamburg. Bringt dazu noch seinen Labelmate Tolga aus Paris mit an die Elbe und will mit uns eine der berüchtigten Vakant Labelnights zelebrieren. Weald steht darum in Bestbesetzung im Waagenbau in den Startblöcken und erwartet einen weiteren dieser " Wuuuuuah – Unglaublich" Abende. Come As U Are!


Alex Smoke (Vakant / Soma – Glasgow Scotland)

Vor ungefähr zwei Jahren hat Alex Smoke mit seinem Debütalbum "Incommunicado" auf Soma Records einen nachhaltigen Eindruck im Techno-Zirkel hinterlassen. Dies führte nicht nur zu einer Reihe von cluborientierten Vinyl-Releases beim Berliner Vakant-Label, sondern brachte ihm darüber hinaus auch Remixaufträge u.a. von Mylo, Alex Under oder Ricardo Villalobos ein.

Alex Smoke, mit bürgerlichem Nachnamen Menzies, klang so gar nicht nach euphorisch englischen Clubsounds, was wohl vor allem den kontinentaleuropäischen Minimal-Einflüssen geschuldet war. Während "Incommunicado" vier Jahre in Anspruch nahm, stellte Smoke "Paradolia" innerhalb eines Jahres fertig. Das hat Auswirkungen. Sein Sound hat sich weiterentwickelt, zeigt sich geschlossener, zugleich experimentierfreudiger. Und er verliert den Dancefloor nicht vollständig aus den Augen. Ein Album mit Emotionen, trotz des eher minimalistischen Ansatzes der hier zum Tragen kommt.

Mit einer fast schon greifbarer Deepness, zwischen Melancholie und Melodie wechselnd – ähnlich wie Lawrence, beweist Smoke Sinn für ergreifende Klänge – zuckelt das Album zunächst im gemächlichen Tempo vor sich hin. Es erklimmt dann aber von Track zu Track die nächste Steigerungsstufe an Intensität und Druck, immer auf der Suche nach dem nächsten Kick.
In den Stücken findet dabei ein munteres und vermehrtes, ineinander übergehendes, pulsierendes Wandeln und Morphen der Arrangements statt: Verschiedenste Rhythmen und Grooves, Soundpatterns wie Percussion, Glockenspiel oder digitales Gebrösel, Samples und Melodiebögen spielen einen flinken Ringelreihen. In Szene gesetzt durch DSP, Digital Sound Processing, Smokes bevorzugter Produktionstechnik.
Alles scheint ständig in Bewegung zu sein. Anders als vergleichbare Produzenten, wie Ricardo Villalobos mit seinen subtil verschachtelten Percussions und Polyrhythmen, arrangiert Smoke seine Stücke in einer vergleichsweise nüchternen Art und Weise, die "Paradolia" ohne Frage zu gute kommt.
Gleiches gilt für die einfallsreiche Inszenierung der Vocals, auch wenn sein Gesang bei "Never Want To See You Again" in frappierender Weise an das Schaffen von Matthew Dear erinnert. Bei "Prima Materia" macht sich dagegen dank des Einsatzes prägnanter Celli seine klassische Ausbildung bemerkbar. Während beim heimlichen Hit "Snider" immer wieder das Erbe von Detroit durchschimmert. Alex Smoke ist zweifelsohne einer der erfrischendsten Produzenten dieser Tage.


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